
Nach dem berühmtesten Sohn der Stadt nennt sich Calw heute mit Stolz "die Hermann-Hesse-Stadt". Der Spaziergang durch die Geburtsstadt Hermann Hesses weist auf alle Stätten hin, die mit dem Dichter und seiner Familie biographisch und literarisch in Verbindung stehen.
Calw ist einer von 17 Orten entlang der Regionalstrecke der Deutschen Fachwerkstraße in Süddeutschland die von Mosbach im Neckartal bis Haslach im Schwarzwald führt. Eine Reihe eindrucksvoller Fachwerkhäuser am Marktplatz, in der Lederstraße und in den winkeligen steilen Gassen vermitteln noch heute das Bild der mittelalterlichen Stadt.

Über 200 Gebäude des späten 17. Jahrhunderts genießen Denkmalschutz. Der Stadtgrundriss geht auf die Zeit des 13. und 14. Jahrhunderts zurück, da nach allen Stadtbränden immer wieder auf den gleichen Grundmauern und Kellern neu gebaut wurde. Schlendern Sie bei dieser Führung durch die Gassen unserer Stadt, erleben Sie wie facettenreich das südwestdeutsche Fachwerk ist und spüren Sie an so manchem Ort den Geist vergangener Tage.
Am stärksten touristisch geprägt ist der Ortsteil Speßhardt, der für seine idyllische Lage im weit geschwungenen Wiesental des Rötelbachs bekannt ist.
Er ist der einzige erhaltene Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung, der früher Wohnung der städtischen Hochwächter war und auch als Gefängnis diente.
Das Museum im „Langen“ gibt Auskunft über die Geschichte der alten Wehranlage, über einzelne im Turm Inhaftierte und das Leben in früherer Zeit. Über zahlreiche Stufen kann man in den Sommermonaten auf den Turm aufsteigen, man gelangt vorbei an den erhaltenen Gefängniszellen zur ehemaligen Wächterwohnung, von der man einen schönen Blick über Calw genießen kann.
1872 erreichte die Eisenbahn mit der württembergischen "Schwarzwaldbahn" von Stuttgart aus über Weil der Stadt erstmals Calw. Das Stellwerk 1 Calw Süd aus dem Jahr 1889 ist das älteste erhaltene Weichen- und Signalstellwerk der ehemaligen Königlich Württembergischen Staatsbahnen mit originaler Technikeinrichtung.
Das Gebäude der Weißgerberei Balz wurde um 1800 am Nagoldufer, unweit der Nikolauskapelle errichtet. Der für die Region charakteristische Bau besitzt über seinem massiv gemauerten Sockelgeschoss ein zeittypisches Fachwerk, das konstruktiv ausgelegt ist und anlässlich eines Besuchs des Königs im Jahr 1899 verputzt wurde. Im Erdgeschoss und in einem Backsteinanbau an der Nagold, der zur Erweiterung der Produktionsräume angelegt wurde, befinden sich die Wasserwerkstätten mit historischen Maschinen.
Die Räume des 1. Obergeschosses wurden mit Einrichtung des Gerbereibetriebes als Fellstube und Zurichtraum genutzt. Hier wird heute die Trockenverarbeitung der Felle und Häute sowie deren Vermessung gezeigt.
Im ehemaligen Wohngeschoss darüber gibt eine Dokumentation Auskunft über die Gerbereitradition in Calw, die unterschiedlichen Methoden des Gerbens und die entsprechenden Endprodukte. Die beiden Trockenböden zeigen Felltrocknung sowie Wolletransport und werden auch für Wechselausstellungen mit kunsthandwerklichem oder künstlerischem Schwerpunkt genutzt.
Im historischen Stadtpalais „Haus Schüz“ mit Blick auf das Geburtshaus des Dichters ist 1990 das Hermann-Hesse-Museum eröffnet worden. Es zeigt die umfangreichste Sammlung über den Literaturnobelpreisträger von 1946 und weltweit meistgelesenen deutschsprachigen Autors des 20. Jahrhunderts.
In zehn reichhaltig ausgestatteten Räumen wird ein großer biographischer Bogen über Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Dichters von den ersten schriftstellerischen Versuchen bis zu „Steppenwolf“ und „Glasperlenspiel“ gespannt. Auch der Maler Hesse ist mit eindrucksvollen Bildern vertreten.
Das Museum enthält Werke Hesses in Erstausgaben und spätere Auflagen, Manuskripte, Zeichnungen und Aquarelle aus der Hand des Dichters, Fotos seiner Lebensstationen - insbesondere in Calw, sowie Originalzeichnungen Prof. Gunter Böhmers zu Hesses Leben und Werk.
Die neue thematische Ausstellung,“ WeltFlechtWerk „oder:“ Die Einheit hinter den Gegensätzen“ wird in der ersten Etage gezeigt.
Das stattliche Gebäude, in dem sich heute das Museum der Stadt befindet, wurde 1787 – 1791 vom Chef der Floß- und Holzhandels-Compagnie Johann Martin Vischer nach Plänen des Stuttgarter Herzoglichen Oberbaudirektors Reinhard Fischer errichtet. Einige Innenräume sind in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten und geben Einblick in die gehobene Wohnkultur der damaligen Zeit. Das Museum zeigt in 18 Räumen Sehenswertes zur Stadtgeschichte, informiert über besondere Ereignisse und stellt bedeutende Personen vor. Themen sind u. a.: die Calwer Compagnie als bedeutender Wirtschaftsfaktor in Württemberg, Leben und Werk der weltberühmten Apothekerfamilie Gärtner, der Calwer Ulrich Rülein und sein wichtigstes Buch zum Bergbau und die bäuerliche Welt des Calwer Waldes. Wechselnde Sonderausstellungen.
Unsere stadthistorische Führungen geben Ihnen einen lebendigen Eindruck von der Geschichte und dem Leben in Calw. Die Grafen von Calw - die Stadtmauer mit dem „Langen“ - die Calwer Zeughandlungs-Compagnie - Calws zweite Zerstörung - die Neuzeit - Hermann Hesse ... sind einige Stichpunkte zu dieser interessanten und unterhaltsamen stadtgeschichtlichen Führung.
Diese Führung können Sie auch bei Dunkelheit in den dunklen Monaten zur Abendstunde genießen. Hier erleben Sie durch die Ausleuchtung verschiedener Sehenswürdigkeiten und Gebäude der Stadt eine verträumte und romantische Atmosphäre.
Hermann Hesse ist einer der meistgelesenen Autoren der deutschen Sprache. In seiner Heimatstadt erinnern viele Gebäude an den Nobelpreisträger und seine Erzählungen.
„Calw ist die schönste Stadt von allen“, bekannte er einmal. Die Führung zeigt Stätten seines Lebens und Orte, die er in seinen Erzählungen so unnachahmlich beschrieben hat. Die Stadt Calw als literarisches Museum - diesen Spuren können Sie nachgehen.
Der Rundgang führt zu Wohn- oder Arbeitsstätten bisher vergessener oder wenig beachteter Frauen in Calw. Er stellt u. a. die Hofapothekerin Maria Andreä, die Dichtergefährtin und Biografin Emilie Uhland, die erfolgreiche Schriftstellerin Agnes Sapper, die Missionarin Julie Gundert und die frühe Gemeinderätin Else Conz vor. Erzählt wird auch von Frauen, die auf eher „typischen“ Lebenswegen besondere Stärke und Mut bewiesen oder denen Leid zugefügt wurde. Kurz: die Führung richtet den Blick auf die Alltags- und Stadtgeschichte aus weiblicher Sicht.
Eine Führung durch das nächtliche Calw mit vielen interessanten Geschichten (ab 14 Jahre). Bei dieser etwas anderen Stadtführung durch dunkle Gassen sind Sie vor Überraschungen nicht sicher. Im ehemaligen Gefängnisturm wird von skurrilen und schauerlichen Ereignissen aus Calws dunkler Vergangenheit berichtet. Lassen Sie sich darauf ein!
Das Kloster Hirsau war im 11. Jahrhundert der Ort einer geistigen Revolution, wie ihn die Geschichte nur selten erlebt hat. Die kulturgeschichtliche Bedeutung Hirsaus und seine enge Verknüpfung mit der deutschen und europäischen Geschichte haben ihre Ausstrahlung bis heute behalten. Bei dieser Führung werden die Ruinen des Peter- und Paulklosters als beeindruckende steinerne Zeugen der Geschichte fachkundig erläutert.
Noch immer werden Im Schwarzwald Schnäpse und Liköre erzeugt. Vom einfachen Obstler über die aus Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen gebrannten Destillate bis zum Kirschwasser. Auch die Vielzahl an Likören darf nicht vergessen werden. Die Schwarzwald Destillierkunst hat seit Großvaters Zeiten Fortschritte gemacht – davon können Sie sich bei der Schnapsbrennerei Bertsch überzeugen.
Das 1813 errichtete Gebäude zeigt, wie ein Bauernhaus des Calwer Waldes mit Wohnteil, Stall und Scheuer um die Jahrhundertwende eingerichtet war. Das bäuerliche Schlafzimmer mit Himmelbett, die Stube mit gusseisernem Ofen, die liebevoll ausgestattete Küche, der Viehstall, ein Webstuhl und die Schnapsbrennerei bieten ein sehenswerten Einblick in Leben und Arbeitswelt im 19. Jahrhundert. Vielerlei Gerät der Haus- und Feldarbeit runden das historische Bild von Haus und Bewohnern ab.
Weitere Informationen zu den Sehenswürdigkeiten und Führungen, Öffnungszeiten, Preise etc. erhalten Sie bei der Stadtinformation Calw, Tel. 07051-968810, oder per e-mail unter stadtinfo@calw.de.
