Digital sicher in den Urlaub: worauf Reisende beim Buchen achten sollten
Ob Ferienwohnung mit Blick auf die Tannen oder Wellnesshotel im Hochschwarzwald, gebucht wird heute im Netz. Dort warten neben den schönsten Angeboten leider auch Betrüger auf Kundschaft. Mit wenigen Gewohnheiten lassen sich die gängigen Maschen zuverlässig aushebeln. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es von der ersten Suche bis zur Anreise ankommt.
Erst die Verbindung sichern, dann buchen
Viele Buchungen entstehen unterwegs, in der Bahn, im Café oder in der Mittagspause im offenen WLAN. Dort geben Sie mit Namen, Adresse und Kreditkarte besonders wertvolle Daten ein. Öffentliche Netze sind selten gut abgesichert. Andere Nutzer im selben WLAN können unverschlüsselten Datenverkehr mitlesen. Dazu betreiben Kriminelle gefälschte Hotspots mit Namen, die nach Hotel oder Bahn klingen. Geräte verbinden sich damit oft von allein.
Ein VPN schützt Ihre Buchungsdaten
Der beste Begleiter in solchen Netzen ist ein VPN (Virtual Private Network, ein virtuelles privates Netzwerk). Es schickt Ihren gesamten Datenverkehr durch einen verschlüsselten Tunnel zu einem Server des Anbieters. Erst von dort geht es weiter zur Buchungsseite. Für Mitleser im offenen WLAN bleiben Ihre Eingaben damit unlesbar. Auch der Betreiber des Netzes erfährt nicht, welche Seiten Sie aufrufen. Ihre IP-Adresse, also die Kennung Ihres Geräts im Netz, bleibt für besuchte Seiten verborgen. Geschützt ist dabei alles, was Ihr Gerät gerade sendet, auch das Mail-Programm im Hintergrund. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät bei vertraulichen Daten in fremden Netzen ausdrücklich zu dieser Absicherung.
Worauf Sie bei Auswahl und Einsatz achten sollten
Ihr gesamter Datenverkehr läuft über die Server des VPN-Anbieters. Wählen Sie deshalb einen seriösen Dienst mit No-Log-Politik, der also keine Protokolle über Ihr Surfverhalten speichert. Externe Prüfberichte sind ein gutes Zeichen. Bei kostenlosen VPN-Apps ist Vorsicht angebracht. Viele finanzieren sich über die Auswertung von Nutzerdaten. Richten Sie das VPN auf Handy und Laptop ein. In fremden Netzen startet es am besten automatisch. Sinnvoll ist auch die Kill-Switch-Funktion. Sie stoppt alle Verbindungen, sobald der Tunnel abreißt. Ein VPN ersetzt allerdings weder Updates noch gesunde Skepsis. Achten Sie zusätzlich auf das Schloss-Symbol und „https“ in der Adresszeile der Buchungsseite. Ohne ein eigenes bestes VPN buchen Sie laut Cybernews-Profis besser über Ihr mobiles Datenvolumen als über ein offenes WLAN.
Lockangebote und erfundene Unterkünfte erkennen
Betrüger inserieren Traumunterkünfte, die es gar nicht gibt. Die Fotos sind gestohlen, die Preise liegen deutlich unter dem üblichen Niveau. Liegt ein Angebot auffällig weit unter vergleichbaren Unterkünften der Region, sollten die Alarmglocken läuten. Ein paar Minuten Prüfung schaffen Klarheit:
- Suchen Sie die Fotos per Bilder-Rückwärtssuche. Tauchen dieselben Bilder in anderen Inseraten oder auf fremden Websites auf, ist das ein Warnsignal.
- Prüfen Sie Impressum und Kontaktdaten. Eine vollständige Anschrift und eine erreichbare Telefonnummer gehören zum seriösen Angebot.
- Rufen Sie den Vermieter an. Wer jedes Gespräch verweigert und nur schriftlich auf schnelle Zahlung drängt, verdient Misstrauen.
- Vergleichen Sie Bewertungen über mehrere Portale hinweg. Frisch erstellte Inserate ohne jede Historie verdienen einen zweiten Blick.
Vorsicht nach der Buchung: die aktuelle Phishing-Masche
Die Buchung ist abgeschlossen, kurz darauf meldet sich scheinbar die Unterkunft. Es gebe ein Problem mit der Zahlung, bitte bestätigen Sie Ihre Kartendaten über den Link. Mit dieser Masche haben Kriminelle zuletzt massenhaft Reisende betrogen. Die Täter nutzen echte Buchungsdaten. Ein Teil davon stammt aus einer Datenpanne bei einem großen Buchungsportal im Frühjahr 2026. Ihre Opfer schreiben sie per Mail, über den Portal-Chat oder per WhatsApp an. Der Link führt auf eine täuschend echte Zahlungsseite. Dort erscheint sogar die korrekte Buchung.
Verbraucherschützer raten zu drei festen Regeln. Zahlen Sie nie über Links aus Nachrichten, auch wenn die Details stimmen. Loggen Sie sich bei Rückfragen direkt über die App oder die selbst eingetippte Adresse des Portals ein. Seriöse Plattformen wickeln Zahlungen nie über externe Seiten ab. Rufen Sie im Zweifel die Unterkunft über die offiziell veröffentlichte Nummer an. Melden Sie verdächtige Nachrichten dem Portal.
Sicher bezahlen
Der Zahlungsweg entscheidet, ob Sie Ihr Geld im Betrugsfall zurückholen können. Kreditkarte und Lastschrift bieten gute Chancen auf eine Rückbuchung. Vorkasse per Überweisung lässt sich dagegen kaum zurückholen. Verlangt ein Vermieter Zahlung per Bargeldtransferdienst, brechen Sie den Kontakt besser ab. Bei privaten Ferienwohnungen hat sich eine Faustregel bewährt. Zahlen Sie höchstens rund 20 Prozent an. Den Rest begleichen Sie erst vor Ort, wenn die Unterkunft dem Angebot entspricht. Bewahren Sie Bestätigungen, Belege und den Schriftverkehr auf. Im Streitfall sind das Ihre wichtigsten Beweise.
Konten und Reiseunterlagen schützen
Ihr Konto beim Buchungsportal und Ihr E-Mail-Postfach sind die Schaltzentralen der Reise. Dort laufen Bestätigungen, Rechnungen und Zugangsdaten zusammen. Sichern Sie beide mit einem starken, einzigartigen Passwort. Aktivieren Sie zusätzlich die Zwei-Faktor-Authentisierung, also eine zweite Bestätigung neben dem Passwort, etwa per App. Auch Passkeys sind eine gute Wahl. Rufen Sie Reiseunterlagen ausschließlich über die offiziellen Apps und Websites ab. Bei unerwarteten Nachrichten zu Ihrer Buchung ist Skepsis der beste Schutz.


