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Landesgartenschau 2010 in Villingen-Schwenningen

Landesgartenschau 2010Für die Landesgartenschau in Villingen- Schwenningen wurde der Neckar auf 3 km Länge wieder ans Tageslicht zurückgeholt. Die neu gestaltete Neckarquelle und das freigelegte Bachbett wurden jetzt, genau ein Jahr vor Eröffnung der Gartenschau, mit einem historischen Schauspiel (Bild) der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus der der kleinen Öffnung in der Muschelkalkwand (links) fließt künftig das Quellwasser in das wieder freigelegte Bachbett.

Die in einem Jahr (am 12. Mai 2010) in Villingen-Schwenningen beginnende Landesgartenschau ist dank des Neckars bundesweit die erste Gartenschau, auf deren Gelände ein weithin bekannter Fluss entspringt. Vom Bachbett wäre ohne die jetzt fast abgeschlossenen Renaturierungsarbeiten nichts zu sehen gewesen. Seit den 60iger Jahren war der Neckar nämlich in die Unterwelt verbannt. Von der Quelle an verdolt, floss sein Wasser in Rohre gezwängt unterirdisch bis zur Stadtgrenze. Von dem neuen, drei Kilometer langen und nun offen gelegten Bachbett entfällt knapp ein Kilometer als Attraktion auf das Gartenschaugelände. Hier ist der Neckar zwischen zwei und drei Meter breit und 20 bis 30 Zentimeter tief. Für Kinder wurde im Flussverlauf sogar schon eine kleine Spielinsel mit einem sieben Meter hohen Aussichtsmast, Rutschen und Geräten angelegt.

Elf Millionen Euro lassen sich Stadt, Land und Gartenschau die Renaturierung des Neckars in seinem Ursprungsgebiet kosten. Heidelberg bietet sicherlich weiterhin die schönste Neckaransicht mit dem Schloss im Hintergrund, aber auch in Schwenningen kann sich der Neckar, der nach 367 Kilometern bei Mannheim in den Rhein mündet, nun endlich wieder als ein sehenswertes Schmuckstück präsentieren. Schon 1882 hatte der damalige württembergische König Wilhelm I. die Neckarquelle in Schwenningen besucht. Seine Majestät – wird überliefert – geruhte dabei dort mehrere Augenblicke zu verweilen, aus der Quelle zu trinken und all seinen Untertanen zu empfehlen, einmal im Leben des Neckars Quelle“ zu besuchen. Anlässlich der Landesgartenschau 2010 besteht eine gute Gelegenheit für eine solche Stippvisite. Zur gestrigen Übergabe der neuen Quelle und des offen gelegten, naturnahen Bachbettes hat eine Schauspieltruppe den Königbesuch nachgespielt. Aus dem schon vor 400 Jahren per Dekret durch den württembergischen Herzogs Ludwig festgelegten Standort der Quelle floss ein trockener Riesling. So bleibt es allerdings nicht. In Zukunft wird es wieder reines Wasser sein, wenn die Arbeiten zur Fassung der Quelle endgültig abgeschlossen sind, trübte LGS-Geschäftsführer Michael Martin anderweitige Hoffnungen.

Mit der Landesgartenschau in Villingen-Schwenningen wird im nächsten Jahr gleichzeitig das Jubiläum 30 Jahre Landesgartenschauen in Baden-Württemberg gefeiert. Für die Gartenschau in der Doppelstadt unter dem Motto ‚Die Natur verbindet‘ entstehen Kosten von 29,1 Millionen Euro. Ein Rundweg von 2,3 Kilometer Länge führt auf dem 24 Hektar großen Gelände an mehr als 40 verschiedenen Stationen mit Garteninformationen, 4.000 Quadratmeter Sommerblumenflor, elf Blumenschauen, einem Holzpolter für Waldinfos und an Neckargärten vorbei. Auf dem Gartenschaugelände liegt aber auch die kleinste Schlucht der Welt (15 Meter breit und fünf Meter tief) und wird Europas größtes Aquarium mit Neckarfischen aufgestellt. Die LGS 2010, auf der an 152 Tagen Ausstellungsdauer mehr als 1.000 Unterhaltungs- und Informationsveranstaltungen geplant sind, hat zu dem einen eigenen Bahnhof mit direktem Halt beim Ausstellungsgelände.

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